Scheint äußerlich die Zeit stehen geblieben zu sein, so hat in die Räumlichkeiten des Klostergemäuers inzwischen auch der Wohnkomfort unserer modernen Zeit Einzug gehalten. So wurden alle Zimmer mit einer eigenen Naßzelle ausgestattet und bekamen einen Telefon- sowie TV- Anschluß.

Gegenwärtig stehen in Kloster Zella 90 Plätze für ältere Bürger zur Verfügung.

Im Gegensatz zum Betreuten Wohnen, wo die eigenen Möbel aufgestellt werden dürfen, können hier nur kleinere liebgewordene Gegenstände mitgebracht werden.

Die Versorgung erfolgt durch eine hauseigene Küche und ist auf die verschiedensten Wünsche eingerichtet, von Vollkost über Schonkost bis zur Diät.

Die Betreuung der Heimbewohner erfolgt durch examinierte Krankenschwestern und Pflegekräfte, die über langjährige Erfahrungen verfügen. Für die ärztliche Versorgung steht ein Heimarzt zur Verfügung, der im Bedarfsfall an die entsprechenden Fachärzte weiter vermittelt.

Da es im Alter nicht darauf ankommt, wie alt man wird, sondern wie man alt wird, haben die Gesundheitserhaltung und das Wohlbefinden in Kloster Zella höchste Priorität. Gemäß einem Sprichwort

 

"Fange nie an aufzuhören, höre nie auf anzufangen"

 

besteht die Möglichkeit sich an der täglich stattfindenden Gymnastik durch ausgebildete Fachkräfte zu beteiligen. Um dem Motto "Wer rastet, der rostet" entgegenzuwirken, gibt es nicht nur für den Körper Aktivitäten, sondern auch auf "Unterhaltungsebene" verschiedene Angebote.

Von großer Beliebtheit sind die monatlichen Konzerte von Gruppen aus umliegenden Städten und Dörfern.

Außerdem werden von den Mitarbeitern des Hauses Bastel-, Lese- oder Singenachmittage gestaltet.

Wer gut zu Fuß ist, kann auf den zahlreichen gepflegten Waldwegen in unmittelbarer Umgebung spazieren gehen oder nur zu einem Kurzausflug auf dem Klosterhof verweilen.

Es wird von Seiten der Heimleitung alles unternommen, damit sich die Menschen, die hier ein neues zu Hause gefunden haben, wohlfühlen.

Und die 92jährige Ilse Engelhardt, die Tagebuch über ihren 30jährigen Zellaer Aufenthalt führte, schrieb: "Nun erfahre ich an mir selbst die liebevolle Hilfsbereitschaft und Fürsorglichkeit, die diese Stätte ihr Gepräge geben. Möge sie gesegnet und in diesem Sinne erhalten bleiben auch für die Lebenswanderer die müde sind von aller Hast, allem Lärm, allem grellen Licht, die Stille suchen ...."

Wer meint, Kloster Zella sei ein Ort der Abgeschiedenheit und Weltfremdheit der irrt. Immer öfter rückt dieses idyllisch gelegene Fleckchen Erde in den Mittelpunkt des aktuellen Geschehens. Die Krypta ist nicht nur für die Heimbewohner ein "Raum der Begegnung", sondern auch eine beliebte Tagungsstätte für verschiedene Veranstaltungen.

Der Ministerpräsident Thüringens Bernhard Vogel wurde hier im September 1992 empfangen und im Februar 1993 trafen sich hier Landräte zur 1. Nord-Thüringen-Konferenz.

Solche Veranstaltungen beeinträchtigen natürlich den normalen Alltag der Heimbewohner nicht, im Gegenteil, oft kommt es dabei zu interessanten Gesprächen.